Deutsche Rentenversicherung

Pathologisches Glücksspiel

In der Fachklinik Eußerthal werden Rehabilitanden mit der Indikation Pathologisches Glücksspiel nach den Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen und Rentenversicherungsträger für die medizinische Rehabilitation bei Pathologischen Glücksspielen (2001) in einer eigenen Wohn- und Therapiegruppe behandelt. Aus der Einteilung der pathologischen Glücksspieler nach Petry & Jahrreiss (1999) ergibt sich, dass in der Fachklinik Eußerthal Rehabilitanden mit der Zusatzdiagnose Pathologisches Spielen aus der Gruppe A, B und C behandelt werden können.
Zusätzlich zur Standarddiagnostik erfolgen ausführliche sozialanamnestische und glücksspielspezifische Erhebungen u.a. mit einer spezifischen Testdiagnostik, die auch die finanzielle Situation und das Schulden- und Geldmanagement umfassen. Neben der Analyse der aktuellen Funktionalität des Glücksspiels werden weiterhin im psychopathologischen Befund insbesondere die für pathologische Spieler typische Selbstwertproblematik, Beziehungsstörung und Defizite bei der Gefühlswahrnehmung (Petry, 1996 u.2003) eruiert.
Den Rehabilitanden mit der zusätzlichen Diagnose Pathologisches Glücksspiel stehen grundsätzlich alle Rehabilitationsangebote der Fachklinik Eußerthal (vgl. Rehabilitationskon-zept der Fachklinik Eußerthal) zur Verfügung, wobei in den nachfolgend aufgeführten Angeboten spezifisch auf das Pathologische Spielen eingegangen wird.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier, bei dem Krankheitsbild entsprechend, auf

  • den Bindungs- und Beziehungserfahrungen,
  • der Selbstwertregulation,
  • der Affektwahrnehmung und –regulation
  • und den sozialen Kompetenzen.

In der Rückfallprophylaxe werden mit den Rehabilitanden Strategien zur Verhinderung eines Rückfalls in das pathologische Glücksspiel erarbeitet. Dabei orientieren wir uns an den in der suchtmittelbezogenen Rückfallprophylaxe gängigen Rückfallpräventionsmodellen (Marlatt & Donavan, 2005) und am STAR-Programm (Körkel & Schindler, 2003). Beides kann gut störungsspezifisch auf das Pathologische Spielen angewendet werden.
Da die Behandlung der Rehabilitanden mit pathologischem Glücksspiel in einer eigenen Wohn- und Therapiegruppe stattfindet, kann die Gruppentherapie sehr gut für die Bearbeitung dieser spezifischen Problematik genutzt werden. Vorgesehen sind wöchentlich 4 Termine Gruppentherapie in der Bezugsgruppe, von denen zwei Termine für die Bearbeitung der stoffgebunden Abhängigkeit und deren Rückfallprophylaxe und zwei Termine für die Bearbeitung des pathologischen Glücksspiels und dessen Rückfallprophylaxe vorgesehen sind. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es zwischen den beiden Problembereichen starke Überschneidungen gibt, so dass es nicht durchgängig sinnvoll ist, die Bearbeitung nach den einzelnen Störungsbildern trennscharf vorzunehmen. Stattdessen soll der Überschneidung der Störungsbilder im Einzelfall durch eine individuelle übergreifende Bearbeitung Rechnung getragen werden.
Bei bestehender problematischer finanzieller Situation wird eine Schuldenregulierung über den Sozialdienst der Fachklinik Eußerthal eingeleitet. Unabhängig davon, ob eine Schuldenproblematik vorliegt, ist der Umgang mit Geld auf jeden Fall therapeutisch zu bearbeiten. Häufig sind problematische „Geld-Umgangs- und Ausgabeformen“ wie Verschwendung und/oder Geiz sowie eine kurzfristige Orientierung an dem zur Verfügung stehendem Geld vorhanden. Die Erfassung des Geldmanagements sowie die Bedeutung des Geldes im Einzelfall bilden die Grundlage, auf der neue Umgangsformen mit Geld erarbeitet werden müssen.
Wie alle Rehabilitanden der Fachklinik Eußerthal erhalten auch Rehabilitanden mit pathologischem Glücksspiel bei berufsbezogenen Problemen Arbeitstherapie als Arbeitstraining und Belastungserprobung sowie Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung.
Des Weiteren sollen bevorzugt erlebnis- und körpertherapeutische Angebote zum Einsatz kommen, wie die Indikativgruppe Kreative Therapie und gezielte Sport- und Freizeitangebote.
Die psychotherapeutische Versorgung der Therapiegruppe erfolgt durch spezialisierte und entsprechend fortgebildete feste Bezugstherapeuten der Berufsgruppen der ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten oder Diplom Sozialarbeitern/Sozialpädagogen mit DRV anerkannter Weiterbildung zum Sozialtherapeuten Sucht.

Zusatzinformationen

Fachklinik Eußerthal

Klinik zur Rehabilitation Abhängigkeitskranker

Klinikstraße 1 | 76857 Eußerthal
Tel. 06345 20 0 | Fax 06345 20 119
E-Mail: fachklinik-eusserthal@drv-rlp.de

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